Was macht Adenosin?

Adenosin

Was macht Adenosin?

Kurzgesagt: Müde. Adenosin blockiert die Ausschüttung von allen belebenden und aktivierenden Neurotransmittern und ist damit quasi ein Schlüssel, der eine Vielzahl von Schlössern im Gehirn öffnet. Sobald der Schlüssel (Adenosin) an einen bestimmtes Schloss im Gehirn (Rezeptor) anknüpft, hat es eine unmittelbare Wirkung auf uns.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Schlösser, sodass diese unterschiedliche Wirkungen haben. Für uns ist das Schloss "A1-Rezeptor" relevant. Sobald sich unser Schlüssel Adenosin mit dem A1-Rezeptor verbindet, fördert es die Muskelentspannung und Schläfrigkeit. Deshalb fühlen wir uns im Laufe des Tages müde.

Zudem knüpft unser Schlüssel an ein weiteres Schloss an: dem "A2A-Rezeptor". Wenn der Schlüssel ins Schloss geht, verhindert es die Freisetzung von beispielsweise Dopamin - unserem Glückshormon.

Wir bauen im Laufe des Tages mehr Adenosin auf. Dies passiert überwiegend durch körperliche Arbeit und intensiven Gehirngebrauch. Lernen, Arbeiten oder aber Dinge die eine hohe Konzentration erfordern, bestärken den Aufbau. Es spielt also keine Rolle, ob wir uns körperlich oder geistig "anstrengen". Je mehr Schlüssel wir im Laufe des Tages aufbauen, desto schläfriger werden wir, da diese an unser Schloss andocken und keine Glückshormone freigesetzt werden, sonder viel mehr die Schläfrigkeit einsetzt.

Wie kann ich dem Effekt von Adenosin entgegenwirken?

Zum Beispiel mit Koffein. Koffein ist die weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive Simulanzie. Dies liegt nicht zuletzt an der stimmungsverbessernden und stimulierenden Wirkung. Trotz dessen wissen nur wenige Menschen, wie Koffein im Körper wirkt.

 Koffein ermöglicht uns, wach zu bleiben, indem es mit Adenosin konkurriert. Koffein hat eine ähnliche Form wie Adenosin und verhindert, dass es an seine Rezeptoren bindet.

1. Vor dem ersten Schluck Koffein

Nach dem Aufwachen hat unser Körper alle Adenosin Moleküle (Moleküle, die uns schläfrig und müde machen) abgebaut.

2. Wir nehmen Koffein zu uns

Koffein in Form von einem Getränk wird innerhalb einer Stunde vom Dünndarm aufgenommen und ist im Körper verfügbar. Wenn es in unser Gehirn eindringt, konkurriert es mit unserem Schlüssel Adenosin.

3. Das Hoch

Innerhalb von 2 Stundenerreicht die Koffeinkonzentrationen im Gehirn den Höhepunkt. Das Koffein in unserem Gehirn verhindert, dass Adenosin an A1-Rezeptoren (unser Schloss) bindet bzw. besetzt das Schloss, dass nichts anderen andocken kann. Wir fühlen uns Wach und Gut. Ähnlich verhält sich Koffein mir den 2A-Rezeptor, der die Freisetzung von Dopamin unterstützen.

4. Kein Koffein Nachschub

Schließlich lösen sich Koffeinmoleküle von den Adenosinrezeptoren. Der größte Teil des Koffeins wird über Enzyme in verschiedene Substanzen umgewandelt. Die Zeit um die Konzentration von Koffein abzubauen im Körper liegt zwischen drei und zehn Stunden, abhängig von der Menge an Enzymen, die von Individuum zu Individuum variiert.

5. Das Adenosin macht mich wieder müde

Nach einigen Stunden hat sich der größte Teil des Koffeins metabolisiert. Es gibt kaum Koffeinmoleküle, die die A1-Rezeptoren besetzen, so dass Adenosin beginnt, sich an sie zu binden. Dadurch fangen die Muskeln an sich zu entspannen und wir werden schläfrig. Erst wenn wir schlafen gehen und uns erholen, werden die Adenosinmoleküle metabolisiert. Deshalb ist Schlaf so wichtig!


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